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Anforderungen an das Umfeld

Langzeitstudien zeigen, dass die Entwicklung von Kindern mit FASD signifikant davon abhängt, ob sie in einer stabilen, verlässlichen Umgebung aufwachsen können. Ein förderndes Umfeld ist in den Herkunftsfamilien der Kinder häufig jedoch nicht gegeben, so dass die Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien aufgenommen werden. In den USA leben etwa 80 Prozent der Kinder- und Jugendlichen mit FASD in Pflege-/Adoptivfamilien oder in stationären Einrichtungen. Konkrete Zahlen für Deutschland liegen nicht vor, jedoch gibt es Schätzungen, nach denen etwa 23 Prozent aller Pflegekinder von FASD betroffen sind. (Feldmann-Erhebung 2012)

Entwicklungschancen durch protektives Umfeld

Die Verhaltensbesonderheiten bei fetalen Alkoholspektrum-Störungen stellen an das Umfeld hohe Anforderungen. Menschen mit FASD sind in besonderem Maße auf Stabilität, Verlässlichkeit und Kontinuität in den Beziehungen zu ihren Bezugspersonen angewiesen. Denn diese können bei der Selbstregulation helfen, nicht Verstandenes übersetzen, in der Gruppe vermitteln und Abläufe/Termine einhalten. Dabei fungieren Bezugspersonen als „externes Gehirn“, in dem sie Defizite ausgleichen und mögliche Irritationen vermeiden helfen: sie sind Simultanübersetzer von Aufgaben und sozialen Codes sowie Informations“dosierer“. Gelingens-Faktoren für ein protektives und entwicklungsförderndes Umfeld für Kinder und Jugendliche mit FASD sind daher die vorausschauende Sorge der Bezugsperson, die intensive Beziehungsarbeit sowie die kontinuierliche, enge Begleitung.

Erweitertes soziales Umfeld einbeziehen

Betreuende und begleitende Personen sollten ebenfalls über fundiertes Wissen der Alkoholspektrum-Störung verfügen, um die Möglichkeiten und Grenzen des betroffenen Kindes besser einschätzen und interpretieren zu können. Dies umfasst Verwandte, Nachbarn, ErzieherInnen, LehrerInnen, AusbilderInnen sowie institutionelle Bezugspersonen wie VormünderInnen, FachberaterInnen, oder SozialpädagogInnen. Ziel sollte sein, sich auf die Besonderheiten dieser Kinder und Jugendlichen mit FASD einzustellen, um dauerhafte Überforderungssituationen zu vermeiden und somit der Entwicklung von Sekundärstörungen vorzubeugen.

Behörden und Institutionen erkennen FASD häufig noch nicht als Behinderung an, dies ist jedoch Voraussetzung für eine entsprechende Hilfeplanung. So gilt heute die Aufklärung über FASD und seine Alltagsbeeinträchtigungen als Schlüsselelement und bildet die Grundlage gezielter Fördermaßnahmen und Interventionen. Sozialarbeiter in Jugendämtern und sozialen Einrichtungen sollten sich daher ausführlich über FASD und seine Ausprägungen informieren, um betroffenen Familien adäquate Hilfen und Unterstützung zukommen zu lassen.

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