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FASD-Peergroup2020-11-09T11:16:49+01:00

FASD-Peergroup für Jugendliche in Köln

Seit seiner Gründung verfolgt das Fachzentrums das Ziel, FASD nicht als Ansammlung von Defiziten zu betrachten, sondern durch eine eigens entwickelte pädagogische Haltung an vorhandenen Ressourcen der Betroffenen anzuknüpfen und so Entwicklung und Selbstwertgefühl zu stärken. So steht für betroffene Jugendliche ab 14 Jahren seit März 2019 ein bisher einzigartiges Gruppenangebot zur Verfügung, das gezielt den Übergang ins Erwachsenenalter begleitet.

Ziel ist es, die Jugendlichen zu ermutigen, ihr Leben mit FASD selbst in die Hand zu nehmen und sie in diesen Prozessen pädagogisch zu unterstützen. Gegenseitiger Austausch, gemeinsame Erlebnisse und Wege in die größtmögliche Selbständigkeit zu finden sind die Themen der Peergroup, die durch erlebnispädagogische Angebote befördert werden.

Inzwischen können die Jugendlichen selbst von sich und ihrem Umgang mit FASD berichten. Ganz offen und unkompliziert erklärt hier Marie, dass ihr die Gruppe nach 45 Minuten reicht und sie jetzt nach Hause geht, Jaqueline hat gelernt, alleine mit dem ÖPNV zu fahren, Kevin geniesst die Schwärmereien der jungen Frauen und Lara hat super Ausdauer gezeigt, um mit einem Feuerstein das Lagerfeuer zu entfachen. Jeder der Jugendlichen ist über sich hinaus gewachsen und hat ein Stück mehr gelernt, sich und seine Grenzen zu akzeptieren, verbunden mit dem Gefühl: es geht weiter!

Die Auseinandersetzung mit FASD ist dabei kein ausgewiesenes „Pflicht“-Thema, jedoch stets präsent und im Gruppengeschehen eingebunden: Grenzen und Gestaltungsräume erkennen, Eigenverantwortlichkeit wahrnehmen, Verbindlichkeit erlernen, Respekt und Anerkennung erfahren – gepaart mit viel Spaß und Freude durch gemeinsame Aktivitäten. So sind zum FASD Awareness Day 2020 kreative, selbstbewusste Projekte entstanden, in denen sich die Peers mit ihrer Behinderung FASD konstruktiv und mutig auseinandersetzen. Ihre Botschaft: „Hier sind wir. Auch wenn wir anders sind, gehören wir dazu!“

FASD-Tanzvideo „Alles was ich hab“
Während der Corona-Krise entstand das FASD-Tanzvideo, das die Jugendlichen als Flashmob-Tanzvideo erarbeitet und in vielen Onlinemeetings einstudiert haben.  Herausgekommen ist ein bewegendes Tanz-Video, das dazu ermutigt, sich zu zeigen, seinen Weg auch mit Risiken zu finden, wieder aufzustehen und es neu zu versuchen. Den passenden Song dazu liefert Fynn Kliemann mit seinem Song „Alles was ich hab“. Breite Unterstützung fanden die Jugendlichen bei vielen Pflege-/Adoptivfamilien mit ihren Kindern, Geschwistern, Angehörigen, Freunden sowie Fachkräften, die diese Grundhaltung bestärken und mittanzten. Aus allen eingesandten Videoclips ist dieser flotte FASD-Flashmob entstanden, das auf Youtube veröffentlicht ist.

„Hier sind wir!“ – Interviews mit den Jugendlichen
In einem separaten Video sind die Jugendliche der FASD-Peergroup im Gespräch darüber, was ihnen der Tanz bedeutet, wie sie selber ihr Leben hinkriegen, von Alltagsproblemen und vor allem vom wichtigen Zusammenhalt in der Gruppe, der Familie und bei Freunden.

FASD-Streetwear „FASD ist anders anders“
Ebenfalls in den Onlinemeetings ist die Idee entstanden, das FASD-Community-Gefühl der Gruppe mit einem gemeinsamen Statement nach außen zu tragen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die FASD-Botschaft „Ich bin anders anders“ findet sich nun in einem eigens entwickelten Logo wieder. Die Resonanz auf die – für den Eigengebrauch – bedruckten Hoodies war so groß, dass daraus eine komplette Teamwear entstanden ist. Jede und Jeder kann nun Teil der Community werden und die FASD-Botschaft weiter in die Öffentlichkeit tragen. Die Streetwear in Bio-Qualität ist bei einem lokalen Kölner Händler online zu beziehen.

Geleitet wird die FASD-Peergroup von zwei qualifizierten Fachkräften, die Treffen finden jeden zweiten Freitag im Monat in Köln statt. Ansprechpartnerin ist Sabine Stein. Dank der Förderung durch „Wir helfen“, einer Aktion des Kölner Stadt Anzeiger für Kinder in Not, und Unternehmensspenden ist dieses Angebot für die Jugendlichen kostenfrei.

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