Konfabulieren

Neurologische Hirnschädigung führt zu fiktiven Erinnerungen

Menschen mit FASD neigen häufig zum Konfabulieren – also dazu, Erinnerungslücken mit erfundenen Inhalten zu füllen. Dies geschieht meist unbewusst und ist eine Folge der Hirnschädigung, die durch Alkoholeinfluss in der Schwangerschaft entstanden ist. Besonders betroffen von der Alkoholschädigung ist das Frontalhirn mit seinen Bereichen für Gedächtnis, Informationsverarbeitung und logisches Denken (z. B. Ursache-Wirkung).

Das Gehirn füllt autonom und willentlich nicht beeinflussbar Erinnerungslücken, um Situationen für sich logisch oder verständlich erscheinen zu lassen. Konfabulationen bestehen dabei teilweise aus bizarren Einfällen, die als authentische Erinnerung wahrgenommen und teilweise mit großer Überzeugung vorgetragen werden. Sie sind jedoch kein Ausdruck von Unehrlichkeit, sondern ein Symptom der kognitiven Beeinträchtigung, insbesondere im Bereich Gedächtnis und Realitätswahrnehmung. Und das Ergebnis gestörter Gedächtnis- und Verarbeitungsprozesse – das Gehirn ergänzt fehlende Infos, um Sinn zu schaffen. Auch bei anderen neurologischen Ursachen wie z.B. Demenz ist dieses Phänomen bekannt. Ein einfühlsamer, verständnisvoller Umgang ist hierbei besonders wichtig.

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